Was der Lastgang aussagt
Bei Betrieben mit registrierender Leistungsmessung wird der Stromverbrauch nicht nur in Summe erfasst, sondern lückenlos in Viertelstundenintervallen. Diese Aufzeichnung über das ganze Jahr ist der Lastgang. Er zeigt nicht nur, wie viel ein Betrieb verbraucht, sondern auch wann. Genau dieses zeitliche Muster ist für die Kosten entscheidend. Den Überblick zur Messung liefert die Hubseite Gewerbestrom, die Abgrenzung von SLP und RLM der Spoke SLP oder RLM.
Während sich der Arbeitspreis auf jede verbrauchte Kilowattstunde bezieht, knüpft ein weiterer Kostenbestandteil an die Leistung an: der Leistungspreis.
Wie der Leistungspreis entsteht
Aus dem Lastgang ermittelt der Netzbetreiber die höchste bezogene Leistung in einer einzelnen Viertelstunde, gemessen in Kilowatt. Dieser Spitzenwert wird mit einem Preis pro Kilowatt multipliziert. Das Ergebnis ist der Leistungspreis, der unabhängig von der gesamten Strommenge anfällt und in die Netzentgelte einfließt.
| Kostenbestandteil | Bezugsgröße | Beeinflussbar durch |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | bezogene Menge (kWh) | sparsamen Verbrauch |
| Leistungspreis | höchste Leistung (kW) | Vermeiden von Lastspitzen |
| Grundpreis | fixer Betrag | Tarifwahl |
Das Entscheidende: Eine einzige hohe Viertelstunde kann den Leistungspreis für den gesamten Abrechnungszeitraum prägen.
Wo Lastspitzen entstehen
Typische Auslöser für Lastspitzen sind Situationen, in denen mehrere große Verbraucher gleichzeitig anlaufen:
- Schichtbeginn, wenn alle Maschinen zugleich starten.
- Anlaufströme beim gleichzeitigen Einschalten von Motoren oder Kompressoren.
- Kühl- und Heizlast, die sich mit Produktionsspitzen überlagert.
- Ladevorgänge mehrerer Fahrzeuge oder Geräte parallel.
Im Lastgang zeigen sich solche Ereignisse als kurze, hohe Ausschläge, die den Spitzenwert nach oben treiben.
Lastspitzen gezielt senken
Der Hebel liegt darin, die höchste Viertelstundenleistung zu glätten, ohne den Betrieb einzuschränken. Bewährte Ansätze sind:
- Verbraucher zeitlich entzerren. Maschinen versetzt anfahren, statt alles gleichzeitig zu starten.
- Lastmanagement einsetzen. Ein System überwacht die aktuelle Leistung und schaltet bei drohender Spitze unkritische Verbraucher kurz ab oder verschiebt sie.
- Eigenerzeugung oder Speicher. Photovoltaik oder ein Speicher können Spitzen abfedern, sofern sie zum Bedarf passen.
- Prozesse planen. Energieintensive Schritte in verbrauchsarme Zeiten legen.
Diese Maßnahmen wirken vor allem auf den Leistungspreis. Auf das typisierte Lastprofil eines SLP-Betriebs haben sie dagegen keinen direkten Einfluss, weil dort kein Leistungspreis anfällt.
Wirtschaftlich einordnen
Wie stark sich Lastmanagement lohnt, hängt vom Anteil des Leistungspreises an den Gesamtkosten ab und damit von Branche, Verbrauchsstruktur und Netzgebiet. Eine pauschale Einsparung lässt sich nicht angeben. Sinnvoll ist, den eigenen Lastgang auszuwerten und die teuersten Spitzen zu identifizieren, bevor man in Technik investiert.
Parallel lohnt der Blick auf den Tarif: Welche Kriterien dabei zählen, beschreibt der Spoke Gewerbestrom-Tarife vergleichen, und einen passenden Tarif findest du, wenn du Stromtarife vergleichen.