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Gewerbestrom

Lastgang verstehen und Lastspitzen senken

4 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Lastgang verstehen und Lastspitzen senken“: ein digitaler Smart Meter im Zählerschrank eines Haushalts.

Kurz erklärt

Der Lastgang ist die viertelstündliche Aufzeichnung des Stromverbrauchs über das Jahr. Bei der registrierenden Leistungsmessung bestimmt die höchste bezogene Viertelstundenleistung den Leistungspreis und einen Teil der Netzentgelte. Wer Lastspitzen durch zeitliches Entzerren großer Verbraucher vermeidet, kann diesen leistungsbezogenen Kostenanteil senken.

Was der Lastgang aussagt

Bei Betrieben mit registrierender Leistungsmessung wird der Stromverbrauch nicht nur in Summe erfasst, sondern lückenlos in Viertelstundenintervallen. Diese Aufzeichnung über das ganze Jahr ist der Lastgang. Er zeigt nicht nur, wie viel ein Betrieb verbraucht, sondern auch wann. Genau dieses zeitliche Muster ist für die Kosten entscheidend. Den Überblick zur Messung liefert die Hubseite Gewerbestrom, die Abgrenzung von SLP und RLM der Spoke SLP oder RLM.

Während sich der Arbeitspreis auf jede verbrauchte Kilowattstunde bezieht, knüpft ein weiterer Kostenbestandteil an die Leistung an: der Leistungspreis.

Illustration zum Abschnitt „Was der Lastgang aussagt“ im Ratgeber „Lastgang verstehen und Lastspitzen senken“: eine Werkstatt eines kleinen Betriebs mit elektrischer Ausrüstung.

Wie der Leistungspreis entsteht

Aus dem Lastgang ermittelt der Netzbetreiber die höchste bezogene Leistung in einer einzelnen Viertelstunde, gemessen in Kilowatt. Dieser Spitzenwert wird mit einem Preis pro Kilowatt multipliziert. Das Ergebnis ist der Leistungspreis, der unabhängig von der gesamten Strommenge anfällt und in die Netzentgelte einfließt.

KostenbestandteilBezugsgrößeBeeinflussbar durch
Arbeitspreisbezogene Menge (kWh)sparsamen Verbrauch
Leistungspreishöchste Leistung (kW)Vermeiden von Lastspitzen
Grundpreisfixer BetragTarifwahl

Das Entscheidende: Eine einzige hohe Viertelstunde kann den Leistungspreis für den gesamten Abrechnungszeitraum prägen.

Wo Lastspitzen entstehen

Typische Auslöser für Lastspitzen sind Situationen, in denen mehrere große Verbraucher gleichzeitig anlaufen:

Im Lastgang zeigen sich solche Ereignisse als kurze, hohe Ausschläge, die den Spitzenwert nach oben treiben.

Illustration zum Abschnitt „Wo Lastspitzen entstehen“ im Ratgeber „Lastgang verstehen und Lastspitzen senken“: eine Werkstatt eines kleinen Betriebs mit elektrischer Ausrüstung.

Lastspitzen gezielt senken

Der Hebel liegt darin, die höchste Viertelstundenleistung zu glätten, ohne den Betrieb einzuschränken. Bewährte Ansätze sind:

Diese Maßnahmen wirken vor allem auf den Leistungspreis. Auf das typisierte Lastprofil eines SLP-Betriebs haben sie dagegen keinen direkten Einfluss, weil dort kein Leistungspreis anfällt.

Wirtschaftlich einordnen

Wie stark sich Lastmanagement lohnt, hängt vom Anteil des Leistungspreises an den Gesamtkosten ab und damit von Branche, Verbrauchsstruktur und Netzgebiet. Eine pauschale Einsparung lässt sich nicht angeben. Sinnvoll ist, den eigenen Lastgang auszuwerten und die teuersten Spitzen zu identifizieren, bevor man in Technik investiert.

Parallel lohnt der Blick auf den Tarif: Welche Kriterien dabei zählen, beschreibt der Spoke Gewerbestrom-Tarife vergleichen, und einen passenden Tarif findest du, wenn du Stromtarife vergleichen.

Häufige Fragen

Was ist ein Lastgang?
Der Lastgang ist die lückenlose, viertelstündliche Aufzeichnung der bezogenen Leistung über den Abrechnungszeitraum. Er entsteht bei der registrierenden Leistungsmessung und zeigt, wann ein Betrieb wie viel Strom bezieht.
Wie entsteht der Leistungspreis?
Der Leistungspreis bemisst sich an der höchsten Viertelstundenleistung im Abrechnungszeitraum, gemessen in Kilowatt. Diese Spitzenlast wird mit einem Preis pro Kilowatt multipliziert und unabhängig von der Strommenge in Rechnung gestellt.
Warum ist eine einzige Lastspitze so teuer?
Weil der Leistungspreis sich an der höchsten gemessenen Viertelstunde orientiert. Eine einzige Spitze, etwa durch das gleichzeitige Anlaufen mehrerer großer Verbraucher, kann den Leistungspreis für den gesamten Abrechnungszeitraum nach oben setzen.
Wie kann ich Lastspitzen senken?
Indem große Verbraucher zeitlich entzerrt statt gleichzeitig betrieben werden, etwa durch versetztes Anfahren von Maschinen oder ein Lastmanagementsystem. Ziel ist, die höchste Viertelstundenleistung zu glätten, ohne den Betrieb einzuschränken.
Gilt der Leistungspreis auch beim Standardlastprofil?
Nein. Beim Standardlastprofil gibt es in der Regel keinen separaten Leistungspreis. Er ist typisch für die registrierende Leistungsmessung, die ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch greift.

Quellen & Stand

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