Nicht bei jedem Haushalt wird viertelstündlich gemessen, wann wie viel Strom fließt. Damit die Energiemenge trotzdem fair und einheitlich abgerechnet werden kann, greift man auf typisierte Verbrauchsmuster zurück – die Lastprofile.
Standardlastprofil für Haushalte
Für Verbraucher mit weniger als rund 100.000 kWh Jahresverbrauch und einem herkömmlichen Zähler ohne Lastgangmessung wird ein Standardlastprofil (SLP) verwendet. Es bildet ab, wie sich ein durchschnittlicher Verbrauch über den Tag (morgens und abends höher), die Woche und die Jahreszeiten verteilt.
So lässt sich aus dem einmal jährlich abgelesenen Zählerstand ein plausibler zeitlicher Verlauf rekonstruieren, ohne dass eine teure viertelstündliche Messung nötig ist.
Wofür Lastprofile gebraucht werden
Lastprofile sind die Grundlage für die Bilanzierung im Strommarkt:
- Lieferanten beschaffen Strom passend zum erwarteten Verbrauch ihrer Kunden.
- Bilanzkreise gleichen prognostizierten und tatsächlichen Bezug aus.
Mit dem Rollout intelligenter Messsysteme (Smart Meter) und dynamischer Tarife gewinnt der tatsächlich gemessene Lastgang an Bedeutung. Wo viertelstündlich gemessen wird, ersetzt der reale Lastgang das pauschale Standardlastprofil.