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Gewerbestrom

Gewerbestrom für Kleingewerbe und Selbstständige

4 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Gewerbestrom für Kleingewerbe und Selbstständige“: eine Werkstatt eines kleinen Betriebs mit elektrischer Ausrüstung.

Kurz erklärt

Kleingewerbe, Freiberufler und Selbstständige mit gewerblich genutztem Anschluss können Gewerbestromtarife abschließen. Bei geringem Verbrauch ähnelt die Abrechnung der eines Haushalts über ein Standardlastprofil, meist ohne separaten Leistungspreis. Ein Tarifvergleich lohnt sich, weil sich Arbeits- und Grundpreis je nach Anbieter und Verbrauch deutlich unterscheiden.

Gewerbestrom betrifft auch die Kleinen

Gewerbestrom klingt nach Industriehallen und großen Maschinen, betrifft aber genauso das Kleingewerbe: das Büro der Freiberuflerin, die kleine Werkstatt, den Friseursalon oder den Onlinehändler mit Lager. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern dass der Anschluss gewerblich genutzt wird. Den Gesamtüberblick zum Thema liefert die Hubseite Gewerbestrom.

Bei geringem Jahresverbrauch unterscheidet sich die Abrechnung kaum von der eines Haushalts. Genau das macht den Einstieg für Selbstständige und Kleingewerbe unkompliziert.

Illustration zum Abschnitt „Gewerbestrom betrifft auch die Kleinen“ im Ratgeber „Gewerbestrom für Kleingewerbe und Selbstständige“: eine Werkstatt eines kleinen Betriebs mit elektrischer Ausrüstung.

SLP-nahe Abrechnung im Kleingewerbe

Kleingewerbe liegt fast immer deutlich unter der Schwelle von rund 100.000 kWh pro Jahr, ab der die registrierende Leistungsmessung greift. Daher wird über ein typisiertes Lastprofil abgerechnet, das Standardlastprofil. Die Folge: Es gibt in der Regel keinen separaten Leistungspreis, sondern nur die beiden vertrauten Bestandteile.

MerkmalKleingewerbe (SLP)Großbetrieb (RLM)
Verbrauchmeist weit unter 100.000 kWh/Jahrüber ca. 100.000 kWh/Jahr
MessungStandardlastprofilviertelstündlicher Lastgang
Leistungspreisin der Regel keinermeist enthalten
AbrechnungArbeits- und Grundpreiszusätzlich Leistungspreis

Die Abgrenzung der Messarten beschreibt der Spoke SLP oder RLM ausführlicher.

Worauf Selbstständige beim Preis achten

Weil kein Leistungspreis anfällt, kommt es vor allem auf das Verhältnis von Arbeitspreis und Grundpreis an. Bei geringem Verbrauch fällt der Grundpreis prozentual stärker ins Gewicht; bei höherem Verbrauch dominiert der Arbeitspreis. Wer seinen tatsächlichen Jahresverbrauch kennt, kann Tarife realistisch gegenüberstellen, statt sich von einem einzelnen niedrigen Wert leiten zu lassen.

Illustration zum Abschnitt „Worauf Selbstständige beim Preis achten“ im Ratgeber „Gewerbestrom für Kleingewerbe und Selbstständige“: eine Werkstatt eines kleinen Betriebs mit elektrischer Ausrüstung.

Homeoffice und gemischte Nutzung

Ein häufiger Sonderfall: Selbstständige, die im Homeoffice arbeiten. Wird derselbe Anschluss wie für die Wohnung genutzt, bleibt es meist beim Haushaltsstrom. Ein eigener Gewerbeanschluss ist erst dann relevant, wenn gewerblich genutzte Räume getrennt gemessen werden. Im Zweifel hilft ein Blick in den bestehenden Vertrag oder eine Rückfrage beim Versorger.

Warum sich der Vergleich lohnt

Auch im Kleingewerbe unterscheiden sich die Konditionen zwischen Anbietern spürbar. Da kein Leistungspreis die Rechnung verkompliziert, ist der Vergleich ähnlich überschaubar wie bei Haushaltskunden. Achte dabei auf:

Die Kriterien im Detail beschreibt der Spoke Gewerbestrom-Tarife vergleichen. Mit deinem Jahresverbrauch kannst du direkt Stromtarife vergleichen. Wie viel ein Wechsel bringt, hängt von Verbrauch, Anbieter und Marktniveau ab und lässt sich nicht pauschal versprechen.

Häufige Fragen

Können Selbstständige und Kleingewerbe Gewerbestrom beziehen?
Ja. Wer einen gewerblich genutzten Anschluss hat, kann Gewerbestromtarife abschließen. Bei geringem Verbrauch erfolgt die Abrechnung meist über ein Standardlastprofil, ähnlich wie bei einem Haushalt.
Brauche ich für mein Homeoffice einen Gewerbestromanschluss?
Nicht zwingend. Wer im Homeoffice arbeitet und denselben Anschluss wie die Wohnung nutzt, bezieht in der Regel weiterhin Haushaltsstrom. Ein separater Gewerbeanschluss ist erst bei getrennt gemessenen, gewerblich genutzten Räumen ein Thema.
Ist Gewerbestrom für Kleingewerbe günstiger als Haushaltsstrom?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei geringem Verbrauch sind die Konditionen oft mit Haushaltstarifen vergleichbar. Ob ein Gewerbetarif günstiger ist, hängt von Anbieter, Verbrauch und Vertrag ab und sollte im Einzelfall verglichen werden.
Fällt für Kleingewerbe ein Leistungspreis an?
In der Regel nicht. Ein Leistungspreis ist typisch für die registrierende Leistungsmessung ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch. Kleingewerbe liegt meist deutlich darunter und wird über ein Standardlastprofil mit Arbeits- und Grundpreis abgerechnet.
Lohnt sich ein Anbieterwechsel für Kleingewerbe?
Häufig ja, weil sich Arbeits- und Grundpreis zwischen Anbietern unterscheiden. Der Wechsel läuft ähnlich wie bei Haushaltskunden ab. Wichtig ist, Laufzeit, Kündigungsfrist und den Umfang einer Preisgarantie vor Abschluss zu prüfen.

Quellen & Stand

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