Gewerbestrom betrifft auch die Kleinen
Gewerbestrom klingt nach Industriehallen und großen Maschinen, betrifft aber genauso das Kleingewerbe: das Büro der Freiberuflerin, die kleine Werkstatt, den Friseursalon oder den Onlinehändler mit Lager. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern dass der Anschluss gewerblich genutzt wird. Den Gesamtüberblick zum Thema liefert die Hubseite Gewerbestrom.
Bei geringem Jahresverbrauch unterscheidet sich die Abrechnung kaum von der eines Haushalts. Genau das macht den Einstieg für Selbstständige und Kleingewerbe unkompliziert.
SLP-nahe Abrechnung im Kleingewerbe
Kleingewerbe liegt fast immer deutlich unter der Schwelle von rund 100.000 kWh pro Jahr, ab der die registrierende Leistungsmessung greift. Daher wird über ein typisiertes Lastprofil abgerechnet, das Standardlastprofil. Die Folge: Es gibt in der Regel keinen separaten Leistungspreis, sondern nur die beiden vertrauten Bestandteile.
| Merkmal | Kleingewerbe (SLP) | Großbetrieb (RLM) |
|---|---|---|
| Verbrauch | meist weit unter 100.000 kWh/Jahr | über ca. 100.000 kWh/Jahr |
| Messung | Standardlastprofil | viertelstündlicher Lastgang |
| Leistungspreis | in der Regel keiner | meist enthalten |
| Abrechnung | Arbeits- und Grundpreis | zusätzlich Leistungspreis |
Die Abgrenzung der Messarten beschreibt der Spoke SLP oder RLM ausführlicher.
Worauf Selbstständige beim Preis achten
Weil kein Leistungspreis anfällt, kommt es vor allem auf das Verhältnis von Arbeitspreis und Grundpreis an. Bei geringem Verbrauch fällt der Grundpreis prozentual stärker ins Gewicht; bei höherem Verbrauch dominiert der Arbeitspreis. Wer seinen tatsächlichen Jahresverbrauch kennt, kann Tarife realistisch gegenüberstellen, statt sich von einem einzelnen niedrigen Wert leiten zu lassen.
Homeoffice und gemischte Nutzung
Ein häufiger Sonderfall: Selbstständige, die im Homeoffice arbeiten. Wird derselbe Anschluss wie für die Wohnung genutzt, bleibt es meist beim Haushaltsstrom. Ein eigener Gewerbeanschluss ist erst dann relevant, wenn gewerblich genutzte Räume getrennt gemessen werden. Im Zweifel hilft ein Blick in den bestehenden Vertrag oder eine Rückfrage beim Versorger.
Warum sich der Vergleich lohnt
Auch im Kleingewerbe unterscheiden sich die Konditionen zwischen Anbietern spürbar. Da kein Leistungspreis die Rechnung verkompliziert, ist der Vergleich ähnlich überschaubar wie bei Haushaltskunden. Achte dabei auf:
- Arbeits- und Grundpreis im Verhältnis zu deinem Verbrauch.
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
- Umfang einer Preisgarantie, falls eine angeboten wird.
Die Kriterien im Detail beschreibt der Spoke Gewerbestrom-Tarife vergleichen. Mit deinem Jahresverbrauch kannst du direkt Stromtarife vergleichen. Wie viel ein Wechsel bringt, hängt von Verbrauch, Anbieter und Marktniveau ab und lässt sich nicht pauschal versprechen.