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Grundversorgung Strom

Ersatzversorgung: Auffangnetz für max. drei Monate

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Ersatzversorgung: Auffangnetz für max. drei Monate“: ein Wohnviertel mit Stromleitungen und einem Verteilerkasten.

Das Wichtigste in Kürze

Die Ersatzversorgung nach § 38 EnWG ist ein kurzfristiges Auffangnetz: Sie greift, wenn unklar ist, wer dich beliefert, etwa nach einer Anbieterpleite. Der Grundversorger übernimmt dann automatisch, aber nur für maximal drei Monate. Sie ist oft besonders teuer und sollte deshalb nur ein Übergang sein, bis du selbst einen neuen Tarif wählst.

Was die Ersatzversorgung ist

Die Ersatzversorgung ist ein gesetzliches Notfallnetz. Sie greift, wenn Strom aus dem Netz entnommen wird, aber rechtlich nicht eindeutig zugeordnet werden kann, wer ihn liefert. Geregelt ist das in § 38 EnWG. In diesem Fall springt automatisch der örtliche Grundversorger ein, damit niemand im Dunkeln sitzt.

Wichtig: Die Ersatzversorgung ist nicht dasselbe wie die reguläre Grundversorgung. Sie ist enger gefasst, ausdrücklich befristet und in der Regel teurer. Sie ist als Übergang gedacht, nicht als Dauerzustand.

Illustration zum Abschnitt „Was die Ersatzversorgung ist“ im Ratgeber „Ersatzversorgung: Auffangnetz für max. drei Monate“: ein Wohnviertel mit Stromleitungen und einem Verteilerkasten.

Wann sie greift

Typische Auslöser sind Situationen, in denen die Lieferkette plötzlich reißt:

In all diesen Fällen sorgt der Netzbetreiber dafür, dass die Entnahme dem Grundversorger zugeordnet wird, als Ersatzversorgung.

Die Drei-Monats-Grenze

Der entscheidende Unterschied zur Grundversorgung ist die Frist. Die Ersatzversorgung gilt für maximal drei Monate.

MerkmalErsatzversorgungGrundversorgung
Rechtsgrundlage§ 38 EnWG§ 36 EnWG
Dauermax. 3 Monateunbefristet
Auslöserunklare Belieferung, Pleitekein eigener Vertrag
Preisniveauoft besonders hochmeist höher als Sondervertrag
danachÜbergang in Grundversorgungbleibt bestehen

Nach Ablauf der drei Monate gehst du automatisch in die reguläre Grundversorgung über, sofern du bis dahin nichts unternimmst. Du fällst also nie aus der Versorgung heraus, zahlst aber unter Umständen länger zu viel.

Illustration zum Abschnitt „Die Drei-Monats-Grenze“ im Ratgeber „Ersatzversorgung: Auffangnetz für max. drei Monate“: ein Wohnviertel mit Stromleitungen und einem Verteilerkasten.

Warum sie meist teuer ist

Die Ersatzversorgung muss extrem kurzfristig und mit hoher Unsicherheit kalkuliert werden. Der Versorger weiß nicht, wie viele Kunden für wie lange hineinfallen, und beschafft den Strom oft teuer am Spotmarkt nach. Diese Risiken schlagen sich im Preis nieder. Deshalb liegt die Ersatzversorgung häufig sogar über dem ohnehin nicht günstigen Niveau der Grundversorgung.

Genau deshalb ist sie als reines Übergangsinstrument gedacht. Sie verhindert, dass du ohne Strom dastehst, sie ist aber kein Tarif, in dem man freiwillig bleibt.

Was du jetzt tun solltest

Wenn du feststellst, dass du ersatzversorgt wirst, ist die wichtigste Regel: nicht abwarten. Je früher du einen regulären Vertrag abschließt, desto kürzer zahlst du den teuren Ersatztarif.

  1. Versorgungsstatus klären: Ein Blick auf die Rechnung oder eine Nachfrage beim Grundversorger zeigt, ob du in der Ersatz- oder Grundversorgung bist.
  2. Tarif wählen: Schließe zügig einen neuen Vertrag ab. Der neue Anbieter übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Versorgung bleibt lückenlos.
  3. Vergleichen statt schätzen: Wie viel der Wechsel bringt, hängt von Netzgebiet, Verbrauch und Marktniveau ab. Stromtarife vergleichen zeigt dir das anhand deiner Postleitzahl.

Wer aus der Anbieterpleite kommt, sollte zusätzlich prüfen, ob noch Forderungen oder Guthaben offen sind. Mehr zum gesetzlichen Auffangnetz insgesamt liest du in der Übersicht zur Grundversorgung.

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Häufige Fragen

Was ist die Ersatzversorgung?
Die Ersatzversorgung nach § 38 EnWG ist ein automatisches Auffangnetz für den Fall, dass nicht klar ist, wer einen Haushalt mit Strom beliefert. Sie sichert die Versorgung, ist aber zeitlich auf maximal drei Monate begrenzt.
Wann greift die Ersatzversorgung?
Sie greift typischerweise, wenn ein Stromanbieter insolvent wird oder die Belieferung kurzfristig einstellt, ohne dass ein neuer Vertrag besteht. Auch unklare Zuordnungen nach einem Umzug können dazu führen.
Wie lange dauert die Ersatzversorgung?
Maximal drei Monate. Danach geht der Haushalt automatisch in die reguläre Grundversorgung des Netzgebiets über, sofern bis dahin kein eigener Vertrag abgeschlossen wurde.
Ist die Ersatzversorgung teuer?
Häufig ja. Weil sie kurzfristig und mit hoher Unsicherheit kalkuliert wird, liegt der Preis oft über dem der regulären Grundversorgung. Sie sollte deshalb nicht zum Dauerzustand werden.
Was muss ich tun, wenn ich in der Ersatzversorgung bin?
Schließe so schnell wie möglich einen regulären Stromvertrag ab. Mit dem Wechsel zu einem neuen Anbieter endet die teure Ersatzversorgung, und die Versorgung läuft unterbrechungsfrei weiter.

Quellen & Stand