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Wärmepumpenstrom

Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom: Worauf achten?

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom: Worauf achten?“: eine moderne Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Wärmepumpentarif ist ein separater, meist reduzierter Stromtarif für die Wärmepumpe, der die netzorientierte Steuerbarkeit nach § 14a EnWG voraussetzt. Weil eine Wärmepumpe sehr viel Strom verbraucht, ist der Arbeitspreis der entscheidende Hebel, ein niedrigerer Cent-Betrag pro Kilowattstunde wirkt sich stärker aus als beim Haushaltsstrom. Ob sich ein eigener Tarif lohnt, hängt von Verbrauch, Messkonzept und Marktniveau ab.

Was ein Wärmepumpentarif von normalem Strom unterscheidet

Strom ist nicht gleich Strom, wenn eine Wärmepumpe im Spiel ist. Ein Wärmepumpentarif ist ein eigenständiger Stromtarif, der speziell für den Heizbetrieb gedacht und im Arbeitspreis häufig günstiger ist als gewöhnlicher Haushaltsstrom. Möglich wird das, weil eine Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG gilt und der Netzbetreiber sie netzdienlich steuern darf, dafür gibt es ein reduziertes Netzentgelt. Den rechtlichen Rahmen erklärt unser Hub zum Wärmepumpenstrom; hier geht es um die Frage, ob sich ein eigener Tarif gegenüber dem Haushaltsstrom rechnet.

Illustration zum Abschnitt „Was ein Wärmepumpentarif von normalem Strom unterscheidet“ im Ratgeber „Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom: Worauf achten?“: eine moderne Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus.

Der Arbeitspreis ist der entscheidende Hebel

Eine Wärmepumpe bezieht über das Jahr ein Vielfaches der Strommenge eines normalen Haushaltsgeräts. Genau deshalb ist beim Heizstrom der Arbeitspreis, der Cent-Betrag pro Kilowattstunde, der wichtigste Faktor. Jeder eingesparte Cent multipliziert sich mit dem hohen Jahresverbrauch und macht über zwölf Monate einen merklichen Unterschied. Beim verbrauchsarmen Haushaltsstrom fällt derselbe Cent-Unterschied kaum ins Gewicht.

Genau umgekehrt verhält es sich mit dem Grundpreis: Bei hohem Verbrauch verteilt er sich auf viele Kilowattstunden und wiegt pro Einheit leicht. Ein zweiter Zählpunkt bringt allerdings einen zusätzlichen Grundpreis und Messentgelte mit, diese Fixkosten musst du dem Arbeitspreisvorteil gegenüberstellen.

Wärmepumpentarif und Haushaltsstrom im Vergleich

MerkmalWärmepumpentarifHaushaltsstrom
Arbeitspreismeist reduziertregulär
Netzentgeltreduziert nach § 14a EnWGregulär
Steuerbarkeitnetzorientierte Steuerung erlaubtkeine
Messungoft separater Zähler / Kaskaderegulärer Zähler
Sinnvoll beihohem Heizstromverbrauchnormalem Bedarf
Illustration zum Abschnitt „Wärmepumpentarif und Haushaltsstrom im Vergleich“ im Ratgeber „Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstrom: Worauf achten?“: eine moderne Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus.

Wann sich die Trennung lohnt, und wann nicht

Ob ein separater Wärmepumpentarif günstiger ist, hängt vom Verhältnis aus Arbeitspreisvorteil und Fixkosten ab. Faustregel: Je höher der Wärmepumpenverbrauch, desto eher überwiegt der reduzierte Arbeitspreis die Mehrkosten des zweiten Zählpunkts. Bei einer gut gedämmten, effizienten Anlage mit moderatem Heizbedarf kann dagegen die gemeinsame Messung mit dem Haushaltsstrom die einfachere und nicht unbedingt teurere Lösung sein. Welches Messkonzept zu deinem Fall passt, erläutern wir im Ratgeber Separater Zähler oder Kaskadenmessung für die Wärmepumpe.

Wie stark der reale Vorteil ausfällt, lässt sich nicht pauschal beziffern, er hängt von deinem Verbrauch, dem gewählten § 14a-Modul und dem Marktniveau in deinem Netzgebiet ab. Verlässlich ist nur der Vergleich mit deiner eigenen Postleitzahl.

Festpreis oder dynamisch?

Ein Wärmepumpentarif muss kein dynamischer Tarif sein. Viele Anbieter führen klassische Festpreis-Wärmepumpentarife, bei denen der Arbeitspreis über die Laufzeit konstant bleibt. Wer ein intelligentes Messsystem hat und den Heizbetrieb zeitlich verschieben kann, kann zusätzlich einen dynamischen Tarif prüfen: Dann richtet sich der Energiepreis nach der Strombörse, und Heizen in günstigen Zeitfenstern senkt die Kosten weiter. Beide Varianten lassen sich mit deinen Daten im Stromkostenrechner gegenüberstellen.

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Häufige Fragen

Was ist ein Wärmepumpentarif?
Ein Wärmepumpentarif ist ein eigenständiger Stromtarif für den Betrieb einer Wärmepumpe. Er ist häufig im Arbeitspreis günstiger als der normale Haushaltsstrom, setzt aber die Steuerbarkeit nach § 14a EnWG und meist einen separaten Zähler oder eine Kaskadenmessung voraus.
Ist ein Wärmepumpentarif immer günstiger?
Nicht automatisch. Der reduzierte Arbeitspreis steht oft einem zusätzlichen Grundpreis und Messentgelten für den zweiten Zählpunkt gegenüber. Bei hohem Heizstromverbrauch überwiegt der Arbeitspreisvorteil meist, bei kleinen Verbräuchen kann der Mehraufwand ihn aufzehren.
Warum ist der Arbeitspreis so wichtig?
Weil eine Wärmepumpe sehr viele Kilowattstunden bezieht, multipliziert sich jeder Cent beim Arbeitspreis mit einer großen Menge. Ein um wenige Cent niedrigerer Arbeitspreis spart über das Jahr deutlich mehr als beim verbrauchsarmen Haushaltsstrom.
Kann ich für Haushalts- und Wärmepumpenstrom verschiedene Anbieter wählen?
Bei einem separaten Zähler mit eigenem Zählpunkt ist das grundsätzlich möglich. So kannst du für jeden Verbrauch den jeweils passenden Tarif wählen. Bei gemeinsamer Messung läuft beides über einen Vertrag.
Muss ich für einen Wärmepumpentarif einen dynamischen Tarif nehmen?
Nein. Ein Wärmepumpentarif kann ein klassischer Festpreistarif sein. Ein dynamischer Tarif ist eine zusätzliche Option, die nur mit intelligentem Messsystem funktioniert und sich lohnt, wenn du den Heizbetrieb in günstige Börsenzeiten verschieben kannst.

Quellen & Stand