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Ökostrom

Echter Ökostrom: Worauf du beim Tarif achtest

5 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Echter Ökostrom: Worauf du beim Tarif achtest“: Windräder und Solaranlagen in einer grünen Landschaft.

Das Wichtigste in Kürze

Echten Ökostrom erkennst du an vier Punkten: einem anerkannten Gütesiegel wie ok-power oder Grüner Strom Label, transparenter Herkunft mit offen ausgewiesenen Quellen, einem belegten Beitrag zum Ausbau neuer erneuerbarer Anlagen und fairen Vertragskonditionen. Die ökologische Qualität prüfst du dabei getrennt vom Preis, der von Anbieter, Netzgebiet und Verbrauch abhängt.

Warum „Ökostrom” allein nichts beweist

Der Begriff Ökostrom ist nicht gesetzlich geschützt, und ein einzelner Herkunftsnachweis belegt nur, dass irgendwo grüner Strom erzeugt wurde, nicht, dass dein Tarif einen zusätzlichen ökologischen Nutzen schafft. Wer echten Ökostrom will, muss deshalb genauer hinsehen als auf das Etikett.

Die gute Nachricht: Mit wenigen, überprüfbaren Kriterien lässt sich echter von unechtem Ökostrom recht verlässlich unterscheiden. Den größeren Zusammenhang liefert der Überblick Ökostrom.

Illustration zum Abschnitt „Warum „Ökostrom" allein nichts beweist“ im Ratgeber „Echter Ökostrom: Worauf du beim Tarif achtest“: Windräder und Solaranlagen in einer grünen Landschaft.

Die Checkliste

Vier Punkte machen einen Tarif glaubwürdig. Je mehr davon erfüllt sind, desto substanzieller ist das Ökostrom-Versprechen.

KriteriumWorauf du achtestWarum es zählt
Anerkanntes Gütesiegelok-power oder Grüner Strom Labelunabhängige Prüfung, Anforderung über den Nachweis hinaus
Transparente Herkunftoffen ausgewiesene Quellen/Anlagenkeine vagen „100 % grün”-Floskeln
Beitrag zum AusbauFörderung neuer Anlagen, feste Förderbeträgeechter Mehrwert statt Umetikettierung
Faire KonditionenArbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantiegutes Siegel ersetzt keinen schlechten Vertrag

1. Anerkanntes Gütesiegel

Ein unabhängiges Siegel ist das stärkste einzelne Signal. Die etablierten Labels sind ok-power und das Grüner Strom Label; beide verlangen einen aktiven Beitrag zum Ausbau. Welche Anforderungen dahinterstehen, zeigt der Vergleich Ökostrom-Gütesiegel: ok-power & Grüner Strom Label.

2. Transparente Herkunft

Seriöse Anbieter benennen ihre Quellen konkret, statt nur allgemein mit „grüner Energie” zu werben. Je nachvollziehbarer die Herkunft, desto geringer das Risiko von reinem Zukauf zugekaufter Nachweise.

3. Beitrag zum Ausbau

Entscheidend ist die Zusätzlichkeit: Fördert der Tarif neue Anlagen, oder wird nur bestehende Erzeugung umverteilt? Feste Förderbeträge je Kilowattstunde oder belegte Investitionen sind ein gutes Zeichen. Fehlt jeder Hinweis darauf, droht Greenwashing, die Warnsignale dazu beschreibt der Beitrag Greenwashing bei Ökostrom erkennen.

4. Faire Vertragskonditionen

Auch der grünste Tarif bleibt ein Stromvertrag. Prüfe deshalb Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Preisgarantie genauso sorgfältig wie bei jedem anderen Tarif.

Illustration zum Abschnitt „Ökologie und Preis getrennt bewerten“ im Ratgeber „Echter Ökostrom: Worauf du beim Tarif achtest“: Windräder und Solaranlagen in einer grünen Landschaft.

Ökologie und Preis getrennt bewerten

Die wichtigste Regel zum Schluss: Bewerte die ökologische Qualität und den Preis getrennt voneinander. Ein Gütesiegel sagt nichts über den Preis, und ein niedriger Preis nichts über die Ökologie. Eine pauschale Aussage zu Mehr- oder Minderkosten wäre unseriös, denn der Preis hängt von Anbieter, Netzgebiet und Verbrauch ab.

Stromtarife vergleichen zeigt dir das Preisniveau für deine Postleitzahl. Die vier Checklistenpunkte prüfst du daneben, so bekommst du einen Tarif, der ökologisch hält, was er verspricht, und preislich zu deinem Verbrauch passt.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich echten Ökostrom?
An einem anerkannten Gütesiegel, transparenter Herkunft, einem belegten Beitrag zum Ausbau neuer Anlagen und fairen Vertragskonditionen. Der bloße Begriff Ökostrom oder ein einzelner Herkunftsnachweis reicht als Beleg nicht aus.
Welches Gütesiegel sollte ein echter Ökostromtarif haben?
Etabliert und unabhängig sind das ok-power-Label und das Grüner Strom Label. Beide verlangen über den reinen Herkunftsnachweis hinaus einen aktiven Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien.
Muss echter Ökostrom teurer sein?
Nein. Viele zertifizierte Tarife liegen preislich im Bereich konventioneller Tarife oder darunter. Der Preis hängt von Anbieter, Netzgebiet und Verbrauch ab, nicht von der ökologischen Qualität allein. Prüfe beides getrennt.
Worauf achte ich bei den Vertragskonditionen?
Auf dieselben Kriterien wie bei jedem Stromtarif: Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Preisgarantie. Ein gutes Ökosiegel ersetzt keinen ungünstigen Vertrag, deshalb gehört die kaufmännische Prüfung dazu.
Wie prüfe ich den Beitrag zum Ausbau?
Seriöse Anbieter weisen aus, dass ihr Tarif neue Anlagen fördert, etwa über feste Förderbeträge je Kilowattstunde oder belegte Investitionen. Fehlt jeder Hinweis darauf und ist nur von Herkunftsnachweisen die Rede, ist der Mehrwert fraglich.

Quellen & Stand