Warum „Ökostrom” allein nichts beweist
Der Begriff Ökostrom ist nicht gesetzlich geschützt, und ein einzelner Herkunftsnachweis belegt nur, dass irgendwo grüner Strom erzeugt wurde, nicht, dass dein Tarif einen zusätzlichen ökologischen Nutzen schafft. Wer echten Ökostrom will, muss deshalb genauer hinsehen als auf das Etikett.
Die gute Nachricht: Mit wenigen, überprüfbaren Kriterien lässt sich echter von unechtem Ökostrom recht verlässlich unterscheiden. Den größeren Zusammenhang liefert der Überblick Ökostrom.
Die Checkliste
Vier Punkte machen einen Tarif glaubwürdig. Je mehr davon erfüllt sind, desto substanzieller ist das Ökostrom-Versprechen.
| Kriterium | Worauf du achtest | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Anerkanntes Gütesiegel | ok-power oder Grüner Strom Label | unabhängige Prüfung, Anforderung über den Nachweis hinaus |
| Transparente Herkunft | offen ausgewiesene Quellen/Anlagen | keine vagen „100 % grün”-Floskeln |
| Beitrag zum Ausbau | Förderung neuer Anlagen, feste Förderbeträge | echter Mehrwert statt Umetikettierung |
| Faire Konditionen | Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie | gutes Siegel ersetzt keinen schlechten Vertrag |
1. Anerkanntes Gütesiegel
Ein unabhängiges Siegel ist das stärkste einzelne Signal. Die etablierten Labels sind ok-power und das Grüner Strom Label; beide verlangen einen aktiven Beitrag zum Ausbau. Welche Anforderungen dahinterstehen, zeigt der Vergleich Ökostrom-Gütesiegel: ok-power & Grüner Strom Label.
2. Transparente Herkunft
Seriöse Anbieter benennen ihre Quellen konkret, statt nur allgemein mit „grüner Energie” zu werben. Je nachvollziehbarer die Herkunft, desto geringer das Risiko von reinem Zukauf zugekaufter Nachweise.
3. Beitrag zum Ausbau
Entscheidend ist die Zusätzlichkeit: Fördert der Tarif neue Anlagen, oder wird nur bestehende Erzeugung umverteilt? Feste Förderbeträge je Kilowattstunde oder belegte Investitionen sind ein gutes Zeichen. Fehlt jeder Hinweis darauf, droht Greenwashing, die Warnsignale dazu beschreibt der Beitrag Greenwashing bei Ökostrom erkennen.
4. Faire Vertragskonditionen
Auch der grünste Tarif bleibt ein Stromvertrag. Prüfe deshalb Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Preisgarantie genauso sorgfältig wie bei jedem anderen Tarif.
Ökologie und Preis getrennt bewerten
Die wichtigste Regel zum Schluss: Bewerte die ökologische Qualität und den Preis getrennt voneinander. Ein Gütesiegel sagt nichts über den Preis, und ein niedriger Preis nichts über die Ökologie. Eine pauschale Aussage zu Mehr- oder Minderkosten wäre unseriös, denn der Preis hängt von Anbieter, Netzgebiet und Verbrauch ab.
Stromtarife vergleichen zeigt dir das Preisniveau für deine Postleitzahl. Die vier Checklistenpunkte prüfst du daneben, so bekommst du einen Tarif, der ökologisch hält, was er verspricht, und preislich zu deinem Verbrauch passt.