Wer eine Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk betreibt, erzeugt Strom vor Ort. Eigenverbrauch ist der Teil dieses Stroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt wird, bevor ein Überschuss ins öffentliche Netz fließt.
Abgrenzung zur Einspeisung
Das Gegenstück zum Eigenverbrauch ist die Einspeisung: Strom, der nicht sofort selbst genutzt werden kann, fließt ins Netz und wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit der Einspeisevergütung vergütet. Die Eigenverbrauchsquote gibt an, wie viel Prozent des erzeugten Stroms im eigenen Haushalt bleibt.
Warum Eigenverbrauch wirtschaftlich vorne liegt
Der entscheidende Vorteil liegt im Preisgefälle: Bezogener Netzstrom kostet in einer Größenordnung von rund 30 bis 35 Cent je Kilowattstunde (Arbeitspreis inkl. Netzentgelt und Abgaben; Höhe je nach Tarif und Region). Die gesetzliche Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen liegt dagegen in einer Größenordnung von rund 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde.
Wer eine Kilowattstunde selbst verbraucht statt einzuspeisen, spart damit rund drei- bis viermal so viel, wie er durch Einspeisung einnehmen würde. Daher ist Eigenverbrauch bei praktisch jeder PV-Anlage das wirtschaftlich vorrangige Ziel.
Eigenverbrauchsquote steigern
Ohne Speicher erzeugt eine PV-Anlage Eigenverbrauch nur dann, wenn gleichzeitig Bedarf im Haushalt vorhanden ist. Da der Erzeugungspeak oft mittags liegt, der Verbrauchspeak aber am Abend, geht ein Teil der Erzeugung ungenutzt ins Netz.
Ein Batteriespeicher speichert überschüssigen Mittagsstrom für die Abendstunden und erhöht so die Eigenverbrauchsquote erheblich. Bei Balkonkraftwerken liegt die Eigenverbrauchsquote ohne Speicher häufig bei 20 bis 40 Prozent; mit einem geeigneten Speicher kann sie auf 50 bis 80 Prozent steigen, je nach Verbrauchsverhalten und Erzeugungsprofil.
Mehr zum Thema Eigenverbrauch bei kleinen Balkonanlagen findest du im Ratgeber Balkonkraftwerk.