Zwei Grenzen, zwei Bauteile
Rund um das Balkonkraftwerk kursieren zwei Zahlen, die oft verwechselt werden: 800 Watt und 2.000 Watt-Peak. Sie betreffen unterschiedliche Bauteile. Die 800-Watt-Grenze gilt für den Wechselrichter, also für das Gerät, das den Gleichstrom der Module in Wechselstrom umwandelt und ins Hausnetz einspeist. Die 2.000 Watt-Peak gelten für die installierte Modulleistung, also für die Summe dessen, was die Solarmodule unter Idealbedingungen liefern könnten.
Mehr zum Gesamtbild und zur Anmeldung findest du auf der Hubseite Balkonkraftwerk sowie im Spoke Balkonkraftwerk anmelden.
Die Leistungsgrenzen im Überblick
| Bauteil | Grenze seit Solarpaket I | Maßeinheit |
|---|---|---|
| Wechselrichter-Ausgangsleistung | bis 800 Watt | Watt (W) |
| Installierte Modulleistung | bis 2.000 Watt-Peak | Watt-Peak (Wp) |
Watt-Peak beschreibt die Leistung der Module unter genormten Testbedingungen, also bei voller, senkrechter Einstrahlung. Im Alltag wird dieser Spitzenwert selten erreicht. Watt beim Wechselrichter beschreibt dagegen, wie viel Leistung das Gerät tatsächlich ins Hausnetz abgeben darf.
Warum Überbelegung sinnvoll ist
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich, mehr Modulleistung zu installieren, als der Wechselrichter ausgeben darf. Der Grund liegt im Alltagsbetrieb: Module erreichen ihre Nennleistung fast nie. Bei diffusem Licht, im Winter, bei flachem Sonnenstand oder leichter Verschattung liefern sie deutlich weniger. Mit 2.000 Watt-Peak Modulleistung steht dem 800-Watt- Wechselrichter auch unter solchen Bedingungen genug Leistung zur Verfügung, um näher an seine Obergrenze zu kommen.
Über das Jahr gesehen führt das zu mehr nutzbaren Kilowattstunden. An wenigen, sehr sonnigen Stunden wird der Wechselrichter abregeln, weil die Module mehr liefern, als er ausgeben darf. Dieser Verlust ist meist kleiner als der Gewinn an den vielen lichtschwachen Stunden.
Was passiert oberhalb der Grenzen
Wer einen Wechselrichter mit mehr als 800 Watt Ausgangsleistung betreibt, verlässt den Rahmen des Steckersolargeräts. Dann handelt es sich um eine normale Photovoltaik-Anlage mit den entsprechenden Pflichten: Anmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft und je nach Größe weitere Anforderungen an Zähler und Messung, etwa ein Smart Meter. Auch eine Einspeisevergütung kommt erst bei solchen größeren Anlagen praktisch infrage; bei reinen Balkonkraftwerken lohnt sie sich in der Regel nicht.
Worauf du beim Kauf achtest
Ein paar Punkte helfen, die Grenzen sauber einzuhalten:
- Wechselrichter prüfen. Achte auf eine Ausgangsleistung von höchstens 800 Watt. Manche Geräte sind ab Werk auf 600 Watt eingestellt und lassen sich auf 800 Watt anheben.
- Module passend dimensionieren. Bis zu 2.000 Watt-Peak sind erlaubt. Eine moderate Überbelegung ist üblich und sinnvoll.
- Ausrichtung mitdenken. Eine optimale Ausrichtung bringt oft mehr als jedes zusätzliche Watt Nennleistung.
Wie viel ein Balkonkraftwerk am Ende einspart, hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung und deinem Verbrauchsverhalten ab. Wer wissen will, ob sich der gesunkene Netzbezug mit einem günstigeren Tarif kombinieren lässt, kann unkompliziert Stromtarife vergleichen.