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Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerk: 800 Watt oder mehr? Grenzen erklärt

4 Min. Lesezeit

Symbolbild zum Ratgeber „Balkonkraftwerk: 800 Watt oder mehr? Grenzen erklärt“: ein Balkonkraftwerk mit Solarmodulen am Balkongeländer eines Wohnhauses.

Kurz erklärt

Beim Balkonkraftwerk gelten seit dem Solarpaket I zwei Grenzen: Der Wechselrichter darf bis zu 800 Watt am Hausnetz abgeben, die Solarmodule dürfen bis zu 2.000 Watt-Peak installierte Leistung haben. Die 800-Watt-Grenze bezieht sich also auf die Ausgangsleistung des Wechselrichters, nicht auf die Module. Eine höhere Modulleistung verbessert die Ausbeute bei schwachem Licht.

Zwei Grenzen, zwei Bauteile

Rund um das Balkonkraftwerk kursieren zwei Zahlen, die oft verwechselt werden: 800 Watt und 2.000 Watt-Peak. Sie betreffen unterschiedliche Bauteile. Die 800-Watt-Grenze gilt für den Wechselrichter, also für das Gerät, das den Gleichstrom der Module in Wechselstrom umwandelt und ins Hausnetz einspeist. Die 2.000 Watt-Peak gelten für die installierte Modulleistung, also für die Summe dessen, was die Solarmodule unter Idealbedingungen liefern könnten.

Mehr zum Gesamtbild und zur Anmeldung findest du auf der Hubseite Balkonkraftwerk sowie im Spoke Balkonkraftwerk anmelden.

Illustration zum Abschnitt „Zwei Grenzen, zwei Bauteile“ im Ratgeber „Balkonkraftwerk: 800 Watt oder mehr? Grenzen erklärt“: ein Balkonkraftwerk mit Solarmodulen am Balkongeländer eines Wohnhauses.

Die Leistungsgrenzen im Überblick

BauteilGrenze seit Solarpaket IMaßeinheit
Wechselrichter-Ausgangsleistungbis 800 WattWatt (W)
Installierte Modulleistungbis 2.000 Watt-PeakWatt-Peak (Wp)

Watt-Peak beschreibt die Leistung der Module unter genormten Testbedingungen, also bei voller, senkrechter Einstrahlung. Im Alltag wird dieser Spitzenwert selten erreicht. Watt beim Wechselrichter beschreibt dagegen, wie viel Leistung das Gerät tatsächlich ins Hausnetz abgeben darf.

Warum Überbelegung sinnvoll ist

Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich, mehr Modulleistung zu installieren, als der Wechselrichter ausgeben darf. Der Grund liegt im Alltagsbetrieb: Module erreichen ihre Nennleistung fast nie. Bei diffusem Licht, im Winter, bei flachem Sonnenstand oder leichter Verschattung liefern sie deutlich weniger. Mit 2.000 Watt-Peak Modulleistung steht dem 800-Watt- Wechselrichter auch unter solchen Bedingungen genug Leistung zur Verfügung, um näher an seine Obergrenze zu kommen.

Über das Jahr gesehen führt das zu mehr nutzbaren Kilowattstunden. An wenigen, sehr sonnigen Stunden wird der Wechselrichter abregeln, weil die Module mehr liefern, als er ausgeben darf. Dieser Verlust ist meist kleiner als der Gewinn an den vielen lichtschwachen Stunden.

Illustration zum Abschnitt „Warum Überbelegung sinnvoll ist“ im Ratgeber „Balkonkraftwerk: 800 Watt oder mehr? Grenzen erklärt“: ein Balkonkraftwerk mit Solarmodulen am Balkongeländer eines Wohnhauses.

Was passiert oberhalb der Grenzen

Wer einen Wechselrichter mit mehr als 800 Watt Ausgangsleistung betreibt, verlässt den Rahmen des Steckersolargeräts. Dann handelt es sich um eine normale Photovoltaik-Anlage mit den entsprechenden Pflichten: Anmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft und je nach Größe weitere Anforderungen an Zähler und Messung, etwa ein Smart Meter. Auch eine Einspeisevergütung kommt erst bei solchen größeren Anlagen praktisch infrage; bei reinen Balkonkraftwerken lohnt sie sich in der Regel nicht.

Worauf du beim Kauf achtest

Ein paar Punkte helfen, die Grenzen sauber einzuhalten:

Wie viel ein Balkonkraftwerk am Ende einspart, hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung und deinem Verbrauchsverhalten ab. Wer wissen will, ob sich der gesunkene Netzbezug mit einem günstigeren Tarif kombinieren lässt, kann unkompliziert Stromtarife vergleichen.

Häufige Fragen

Bezieht sich die 800-Watt-Grenze auf die Module oder den Wechselrichter?
Auf den Wechselrichter. Seine Ausgangsleistung ins Hausnetz darf seit dem Solarpaket I bis zu 800 Watt betragen. Die installierte Modulleistung darf mit bis zu 2.000 Watt-Peak deutlich höher liegen.
Darf ich mehr als 800 Watt Module anschließen?
Ja. Erlaubt sind bis zu 2.000 Watt-Peak Modulleistung. Solange der Wechselrichter auf höchstens 800 Watt Ausgangsleistung begrenzt ist, bleibt die Anlage ein Balkonkraftwerk im Sinne der vereinfachten Regeln.
Warum sollte man die Module überbelegen?
Module liefern selten ihre volle Nennleistung, etwa bei bewölktem Himmel, im Winter oder bei flachem Sonnenstand. Mehr Modulleistung als 800 Watt sorgt dafür, dass der Wechselrichter auch bei schwächerem Licht näher an seine 800 Watt herankommt und über das Jahr mehr Ertrag bringt.
Was passiert, wenn der Wechselrichter mehr als 800 Watt abgibt?
Dann gilt die Anlage nicht mehr als steckerfertiges Balkonkraftwerk und fällt nicht unter die vereinfachten Regeln des Solarpakets I. Es greifen die strengeren Vorgaben für normale Photovoltaik-Anlagen mit Netzbetreiber-Anmeldung und Inbetriebnahme durch eine Fachkraft.
Kann ich einen 600-Watt-Wechselrichter auf 800 Watt aufrüsten?
Bei einigen Modellen lässt sich die Ausgangsleistung per Software- oder Hardware-Update von 600 auf 800 Watt anheben, sofern der Hersteller das vorsieht. Ob das möglich ist, hängt vom konkreten Gerät ab.

Quellen & Stand

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